22. Januar 2018 /

Vorgestellt: Prof. Andrea Barth

Bereits Ende August 2017 wurde Andrea Barth zur Professorin an die Universität Stuttgart berufen. Knapp fünf Monate später zieht sie nun ein erstes Resümee und stellt sich und ihre Arbeit vor.

Prof. Barth, Sie haben am Ende August 2017 Ihren Dienst als Professorin an der Universität Stuttgart angetreten? Wie ist Ihr Resümee der ersten Monate?

Da ich schon seit Dezember 2013 an der Universität als Juniorprofessorin tätig bin, hat sich mit meiner Berufung erst mal nur der Titel auf dem Schild an meinem Büro geändert (und seit letzter Woche auch mein Büro). Mein äußerst positiver Eindruck der Uni Stuttgart hat sich weiterhin bestätigt. Das Forschungsumfeld hier ist einzigartig und passt hervorragend zum Fokus meiner Professur. Die Studierenden sind zudem sehr engagiert und aufgeschlossen.

Können Sie kurz die Stationen skizzieren, die letztendlich zu Ihrer Berufung geführt haben?

Ich habe meine Doktorarbeit an der Universität in Oslo (Norwegen) geschrieben, gefolgt von einer Zeit als PostDoc/Lecturer an der ETH Zürich (Schweiz). Nach 3 ½ Jahren als Juniorprofessorin an der Uni Stuttgart wurde ich auf die oben genannte Professur berufen.

Was sind Ihre Ziele im Rahmen Ihrer Professur?

Ich möchte gerne die mathematische Seite der Quantifizierung von Unsicherheiten in SimTech vertreten und damit eine Brücke von stochastischer Analysis und Numerik zu den Anwendungen schlagen.

Welche Wünsche haben Sie?

Ich wünsche mir eine weiterführende Förderung des Exzellenzcluster SimTech und damit eine weitere intensive Zusammenarbeit der beteiligten Institute. Ein weiterer großer Wunsch wäre eine bessere Unterstützung in dem, was ich „Lehre 4.0“ nenne. Damit meine ich einen interaktiven Vorlesungssaal, in dem ich nicht mehr an einer Tafel oder mit Slides, sondern interaktiv lehre und die Studierenden „on-the-fly“ in die Lehre miteinbezogen werden können.

Welche Arbeitsschwerpunkte haben Sie?

Insbesondere steht die Modellierung mit nicht-stetigen stochastischen Prozessen und Feldern im Zentrum meiner Arbeit. Wir betrachten verschieden gewöhnliche und partielle Differentialgleichungen mit den unterschiedlichsten Rauschtermen. Je nach Beschaffenheit des Rauschens ist ein völlig anderer Ansatz zur Lösung solcher Gleichungen notwendig (als in der deterministischen Theorie). Dabei gibt es vielfältige mathematische Herausforderungen, aber natürlich steht auch der Bezug zu Anwendungen im Vordergrund.

In welche Forschungsprojekte sind Sie aktuell involviert?

Das große Ziel ist es, in nächster Zeit schnelle Algorithmen (mit a-priori Fehlerschranken) für die Generierung von (unendlichdimensionalen) Levy-Feldern zu entwickeln. Mit diesen Feldern soll dann eine Theorie für stochastische partielle Differentialgleichungen entwickelt werden. Gerade durch die Unstetigkeiten stellt das eine besondere Herausforderung dar. Der nächste Schritt ist eine weitere Verallgemeinerung der Felder, aber das liegt noch in sehr weiter Ferne…. Neben diesen grundlegenden Problemen beschäftige ich mich mit Monte-Carlo-Methoden und verschiedenen Anwendungen. 

Für wie wichtig erachten Sie die Arbeit des Exzellenzclusters SimTech?

Der Exzellenzcluster war einer der Hauptgründe, warum ich mich damals 2013 für die Uni Stuttgart entschieden habe. Das hat sich seit ich hier bin nicht geändert, sondern eher verstärkt. Die Zusammenarbeit mit Menschen aus so unterschiedlichen Disziplinen wie dem Wasserbau, der Physik, der Biologie und der Ingenieurwissenschaften ist schon etwas Besonderes. Ich denke die Uni lebt durch den Exzellenzcluster die Interdisziplinarität, die überall gewollt, aber in nur ganz seltenen Fällen erreichte wird.

Und wenn Sie nicht an der Uni sind? Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Sport (Bouldern, Mountainbiken, Rennradfahren, Skifahren, Laufen, Tauchen), Reisen, Essen

Was sollte man noch unbedingt über Sie wissen?

Hmmm...rheinische Frohnatur….

 

Wer Prof. Barth live erleben möchte, hat dazu am 31. Januar die Möglichkeit. Im Rahmen des SimTech Kolloquiums wird sie ab 16 Uhr ihre Antrittsvorlesung mit dem Titel „I say jump you say how high – certainly not!“ halten. Hierin wird es eine kurze Einführung in Möglichkeiten der Modellierung und Approximation von (unendlich-dimensionalen) Sprungprozessen geben, um so Unsicherheiten von Unstetigkeiten in Raum und/oder Zeit zu modellieren und zu quantifizieren.

 

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