Der Aufbau zum Röntgen-Test am Fraunhofer EMI in Efringen-Kirche ©Fraunhofer EMI.

21. Januar 2016 / Lisa Pietrzyk

Simulationstechnologien für sichere Fahrzeuge

Biomechaniker Jun.-Prof. Syn Schmitt forscht im „Tech Center i-protect“ des vom Land geförderten „Leistungszentrums Nachhaltigkeit“.
[Bild: Fraunhofer EMI]

Der Stuttgarter Juniorprofessor Syn Schmitt leistet mit seiner Forschung im Bereich der Biomechanik einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit von Fahrzeugen. Mit Methoden der rechnergestützten Biomechanik kann er gefahrlos ermitteln, welche Kräfte auf den Körper wirken, welche Belastungen daraus resultieren und welches Schadenspotenzial vorhanden ist. Die Simulationstechnik im Bereich der Biomechanik ermöglicht mithilfe von Computermodellen die virtuelle Untersuchung solcher Fragen, die nicht am lebenden Organismus gemessen werden können. Dazu nutzt der SimTech-Wissenschaftler ingenieurtechnische Methoden auf der Grundlage der diskreten Mechanik und der Kontinuumsmechanik und passt diese an biomechanische Bedürfnisse an.

Im „Tech Center i-protect“ sollen Röntgenaufnahmen und Simulationsdaten mit Algorithmen aus der Computertomographie kombiniert werden. Mit diesen Daten wird es möglich sein, ein dreidimensionales Bild der hochdynamischen Verformungsvorgänge bei einem Crash zu sichern. So können Simulationen und damit auch die Fahrzeugsicherheit verbessert werden.

Für nachhaltige Innovation sei die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft der Motor – zumal wenn sich so starke Partner zusammenfinden wie im „Tech Center i-protect, so Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch AG. Neben dem Land Baden-Württemberg stellen die Daimler AG insgesamt fünf Millionen Euro und die Robert Bosch GmbH eine Million Euro zu Verfügung. „Im Tech Center i-Protect arbeiten schlagkräftige Teams der Industrie und der Wissenschaft aus verschiedenen Regionen zusammen, um Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der integralen Sicherheit noch schneller in unsere Fahrzeuge zu bringen“, so Prof. Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. Auch die Universität und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen sich an der Finanzierung des Projekts mit ebenfalls insgesamt fünf Millionen Euro.

Um die wichtigen Zukunftsfragen anzugehen, brauche man nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg, so der Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid. „Mit der Integration der verschiedenen Fakultäten und Institute kann exzellente Forschung von den Grundlagen bis zur marktnahmen Anwendung vorangetrieben werden. So wollen wir im Autoland Nummer 1 die Mobilität der Zukunft voranbringen.“

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