21. Januar 2020 /

SimTech engagiert sich bei Ferienakademie 2019: Ein Interview mit Dirk Pflüger und Malte Brunn

[Bild: www.sarntal.com]

Bereits seit 1984 laden die Universitäten Stuttgart, Erlangen-Nürnberg und die Technische Universität München zur Ferienakademie ins Südtiroler Sarntal ein. In diesem Jahr damit bereits zum 35. Mal. Auch SimTech engagiert sich und war mit Prof. Andreas Bulling (Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme (VIS), Prof. Manfred Bischoff (Institut für Baustatik und Baudynamik) und Prof. Dr. Dirk Pflüger (DP) vertreten. Dirk Pflüger, der bereits zum neunten Mal dabei war, ist Professor am Institut für Parallele und Verteilte Systeme (IVPS) und PI des Exzellenzclusters. In diesem Jahr leitete er gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Hans-Joachim Bungartz, der ebenfalls eng mit SimTech verbunden ist, einen Kurs, der sich mit Simulationsspielen beschäftigte, die auf physikalischen Annahmen beruhen. Betreut wurde der Kurs von Malte Brunn (MB), wissenschaftlicher Mitarbeiter am IVPS und Doktorand der GS SimTech.

SimTech: Das Kursangebot der Ferienakademie ist ja sehr vielfältig. Wer sind die Teilnehmer?

DP: Die Teilnehmer*innen sind Bachelor- und Masterstudierende der unterschiedlichsten Fachrichtungen. In diesem Jahr sind wir in unserem Kurs auf Teilnehmer*innen aus 9 verschiedenen Studiengänge gekommen.

SimTech: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Studierenden mit solch unterschiedlichen Backgrounds?

MB: Das hat erstaunlich gut funktioniert. Das ist ja auch ein Konzept, das wir so bei SimTech verfolgen – Lösungen zu finden durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche.

SimTech: Wie kann man sich einen Kurs und das Lehrformat vorstellen?

DP: Das klassische Format ist ähnlich einem Seminar. Jeder bereitet zu einem Thema einen kurzen Vortrag vor, der typischerweise viel länger als geplant dauert, weil es im Gegensatz zu Seminaren an der Uni einfach so viel Interaktion gibt. Seit einigen Jahren gibt es einen bunten Strauß an Kursformaten. Bei uns lag der Schwerpunkt auf einem zweiwöchigen interdisziplinären Projekt.

SimTech: Prof. Pflüger, gemeinsam mit Prof. Bungartz haben sie den Kurs „Let’s play! Simulated Physics for Games“ geleitet. Worum ging es dabei?

DP: Es ging unter anderem darum, welche physikalischen Grundprinzipien wir für Strömungssimulationen und für die Simulation von der Bewegung von Objekten brauchen und was passiert, wenn diese aufeinanderprallen. Außerdem gab es Kurzeinführungen in Programmieraspekte, Visualisierungstools und in die Interaktion mit einem Computer über Kinect. Themen wie Gameplay und Gamification wurden ebenfalls vorgestellt. Das Ganze basierte dann auf der Projektmanagementmethode Scrum.

SimTech: Was genau sollte im Kurs erreicht werden?

DP: Das Ziel war es, eine Simulation mit einer Strömung und Körpern, die darin schwimmen und miteinander agieren können, als Spiel zu konstruieren. Das Ganze sollte auf der Physik basieren. Am Ende steuerte ein Spieler ein Schiff, ein anderer versuchte das mit Hilfe von gezielt platzierten Eisbergen zu erschweren.

SimTech: Wie haben die Studierenden den Projektprozess erlebt?

MB: Die meisten waren ziemlich erstaunt und happy, dass es tatsächlich funktioniert hat. Lange Zeit war nicht klar, ob das wirklich der Fall ist. Und zwischendurch, so nach einer Woche, war dann ein bisschen der Downer bei allen drin. Die Studis dachten „Das kriegen wir nie hin!“, „Die Anforderungen sind viel zu hoch!“, „In zwei Wochen ist das nicht zu schaffen“. Und am Schluss waren sie doch zwei Tage vorher fertig und haben dann nur noch den Feinschliff gemacht.

SimTech: Und was machen Sie und die Studierenden, wenn Sie nicht gerade Forschen?

MB: Wir sind insgesamt 70 bis 80 Kilometer in den Bergen unterwegs gewesen. Ich habe mitgemessen.
DP: Genau, es gab Wandertouren, ein Tischtennisturnier zwischen allen Berggasthöfen und ein Schachturnier.

SimTech: Prof. Pflüger, Sie sind jetzt bereits zum neunten Mal bei der Ferienakademie dabei. Generell ist SimTech mit drei Professoren vertreten. Was ist für SimTech so reizvoll am Konzept der Ferienakademie?

DP: Die Kurse auf der Ferienakademie ermöglichen einen tollen Blick über den Tellerrand des Studienalltags, Gespräche mit Professoren und viel Spaß mit der Wissenschaft. Gerade im SimTech Studiengang gibt es eine Menge an Grundlagen aus verschiedensten Fachrichtungen, die in so einem Kurs miteinander verknüpft und in die Praxis umgesetzt werden können. Interdisziplinärer als dort findet man es in der Form während des Studiums sonst nicht.

SimTech: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Weitere Informationen zur Ferienakademie 2020, Kursprogramme sowie dem Bewerbungsprozess finden sich unter www.ferienakademie.de.

 

 

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