Syn Schmitt und Niels Hansen geben am 18. Juni 2026 im Porzellanikon Selb Einblicke in ihre gutachterliche Arbeit zum sogenannten „Badewannenmord“. Der Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung „TATORT Porzellan(ikon). Ein Krimi in Selb“ statt.
13 Jahre saß Manfred G. unschuldig im Gefängnis – verurteilt wegen Mordes. 2023 wurde der Fall erneut aufgerollt. Anhand zahlreicher Simulationen konnten Prof. Hansen und Prof. Schmitt dazu beitragen, die damalige Bewertung des Geschehens wissenschaftlich zu überprüfen. Ihr Gutachten war ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Freispruch.
Mit ihrem Vortrag zeigen die beiden Wissenschaftler, wie simulationswissenschaftliche Methoden in einem realen Gerichtsfall eingesetzt wurden – und welche Bedeutung sie für die Rekonstruktion komplexer Abläufe haben können. Damit wird deutlich, dass Simulationen nicht nur in Forschung, Industrie oder Technik eine zentrale Rolle spielen, sondern auch in gesellschaftlich und juristisch hoch relevanten Fragen.
Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „TATORT Porzellan(ikon). Ein Krimi in Selb“. Die Sonderausstellung verbindet kriminalistische Fragestellungen mit der Welt des Porzellans und des Porzellanikons. Im Zentrum steht dabei ein Kriminalfall in Selb, der Besucherinnen und Besucher auf eine Spurensuche mitnimmt und zeigt, wie Beobachtung, Analyse und wissenschaftliche Methoden helfen können, Sachverhalte neu zu bewerten.
Auch die Dauerausstellung „MISSION: KERAMIK“ im Porzellanikon zeigt, wie eng Materialwissenschaft, Technik und gesellschaftliche Anwendungen miteinander verbunden sind. Die Erlebnisausstellung widmet sich moderner High-Tech-Keramik und macht deutlich, dass Keramik weit mehr ist als Geschirr oder Blumentöpfe. In drei Ausstellungsräumen werden Grundlagen technischer Keramik spielerisch erklärt, bevor Besucherinnen und Besucher an acht Stationen Anwendungen moderner Keramik kennenlernen – von Alltagsgegenständen über Energie- und Medizintechnik bis hin zu Mobilität und Raumfahrt.
Der Vortrag von Prof. Schmitt und Prof. Hansen knüpft daran an: Er macht sichtbar, wie wissenschaftliche Methoden und technologische Expertise helfen können, komplexe reale Fragen zu beantworten – in diesem Fall mit unmittelbarer Bedeutung für das Leben eines Menschen.
Veranstaltungsdetails
Titel: Der „Badewannenmord“ – Prof. Hansen und Prof. Schmitt über die Aufklärung eines Fehlurteils
Datum: Donnerstag, 18. Juni 2026
Uhrzeit: 19:00–20:00 Uhr
Ort: Porzellanikon Selb, Werner-Schürer-Platz 1, 95100 Selb
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung: nicht erforderlich