Der SIMovation Day des SimTech – Cluster of Excellence an der Universität Stuttgart hat eindrucksvoll verdeutlicht, wie aktiv und vielfältig Wissenstransfer heute gestaltet werden kann. Die Veranstaltung, organisiert gemeinsam mit ARENA2036 und dort auch ausgerichtet, bot eine lebendige Plattform für Austausch, Diskussion und neue Impulse zwischen Forschung und industrieller Praxis. Initiiert wurde das Format von Jörg Fehr, der damit einen wichtigen Impuls für den strukturierten Austausch zwischen Forschung und Anwendung gesetzt hat.
Im Zentrum stand die datenintegrierte Simulationswissenschaft als verbindendes Element zwischen theoretischer Exzellenzforschung und konkreten Anwendungsfeldern. Die vorgestellten Themen machten deutlich, welches Potenzial simulationsgestützte Ansätze entfalten: Entwicklungszyklen werden verkürzt, Innovationsprozesse gezielt unterstützt und komplexe Entscheidungsprozesse auf eine belastbare Datenbasis gestellt. Das Spektrum reichte von materialwissenschaftlichen Fragestellungen über gekoppelte mechanische Systeme bis hin zu Anwendungen in Medizin und Plasmaphysik.
Ein Meilenstein des Tages war der erfolgreiche Abschluss der SimTech-METEOR-Innovationsprojekte. Auch dieses Innovationsprogramm wurde von Jörg Fehr initiiert und aufgebaut. Gleichzeitig wurden neue Transferperspektiven angestoßen – unter anderem zu digitalen Humanmodellen, adaptiven Materialien sowie autonomen und lernfähigen Systemen. Die Diskussionen zeigten deutlich: Transfer ist kein Einbahnstraßenprozess, sondern ein wechselseitiges Lernen, bei dem Modellierung, Dateneinbindung, Validierung und praktische Umsetzung eng ineinandergreifen.
Einen wichtigen strategischen Rahmen setzte der Beitrag von Frau Christiane Mohren von der Deutsche Forschungsgemeinschaft. Ihre Einblicke in Fördermechanismen und Zielsetzungen auf Bundesebene eröffneten den Teilnehmenden eine wertvolle Perspektive auf die Bedeutung strukturierter Transferformate. Die positive Resonanz aus dem Kreis der Gäste unterstreicht die Relevanz dieser Impulse.
Deutlich wurde zudem, dass der Transfer weit über klassische Technologietransfers hinausgeht. Er umfasst ebenso die Ansprache gesellschaftlicher Zielgruppen – etwa durch Schulangebote oder die beiden eigenständigen Studienprogramme im Bereich Simulation Technology. Wie breit das Spektrum tatsächlich ist, zeigten die präsentierten Initiativen: von industrienahen Projekten bis hin zu ungewöhnlichen interdisziplinären Vorhaben wie der erneuten wissenschaftlichen Analyse des historischen „Badewannenmord“-Falls, bei der simulationsbasierte Methoden entscheidende neue Erkenntnisse lieferten.