Was wäre, wenn sich das Wasser im Blautopf plötzlich immer weiter aufheizt? Mit dieser ungewöhnlichen Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler aus fünf Ländern und entwickelten beeindruckende Lösungen: von mathematischen Modellen über Wirtschaftlichkeitsrechnungen bis hin zu Rap-Videos und Tagesschau-Parodien. Beim Schüler*innenwettbewerb PlaNeT SimTech wurden am Samstag, 31. Januar, die besten Teams ausgezeichnet.
Insgesamt 27 Teams aus Deutschland, Japan, Bolivien, Spanien und Ägypten nahmen am Wettbewerb teil. Das Szenario rund um den Blautopf in Blaubeuren war bewusst fiktiv, greift aber ein reales und hochaktuelles Thema auf: die zunehmende Erwärmung von Gewässern durch den Klimawandel. Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Menschen für wissenschaftliches Denken, mathematische Modellierung und kreative Problemlösung zu begeistern.
Die diesjährige Aufgabenstellung: Wie kann dauerhaft verhindert werden, dass das Wasser im Blautopf durch vulkanische Aktivitäten den Siedepunkt erreicht – und zwar mit möglichst kostengünstigen und wirtschaftlichen Maßnahmen?
Erster Platz für Team aus Fürth – mit eigenem Rap im Finale
Den ersten Preis holten sich Nico, Nina und Yannik (Team 5201) vom Helene-Lange-Gymnasium Fürth. Die drei entwickelten ein anspruchsvolles mathematisches Modell zur Volumenbestimmung des Blautopfs und verglichen es mit dem deutlich größeren unterirdischen Karstsystem. Bei ihrem durchdachten und langfristig angelegten Ansatz wird die überschüssige Energie über Erdwärme-Kraftwerke abgeführt und sowohl für Fernwärme als auch zur Stromerzeugung genutzt. Die zusätzliche Idee eines Thermalbads als positives Wahrzeichen für den Einsatz erneuerbarer Energien verleiht dem Konzept einen anschaulichen und kreativen Charakter. Ihre zentrale Erkenntnis: Wer das Problem lösen will, darf den Blautopf nicht isoliert betrachten. Den Blautopf kannten sie zwar davor nicht, erzählten sie im Finale, haben aber ordentlich Werbung in ihrer Klasse für die Region gemacht - ein schöner Nebeneffekt!
Doch nicht nur fachlich überzeugten sie. Auch kreativ setzten sie ein Ausrufezeichen: In ihrem Finalvideo kombinierten sie wissenschaftliche Erklärung mit schauspielerischen Szenen und einem selbst geschriebenen Rap, der ihre Ergebnisse auf den Punkt brachte. Die Jury aus Prof. Niels Hansen, Prof. Andrea Barth und Prof. Dr. Dominik Göddeke zeigte sich beeindruckt von der Mischung aus Tiefe, Verständlichkeit und Originalität.
Tagesschau-Parodie aus Esslingen, Nachhaltigkeitsidee aus Berlin
Der zweite Platz ging an Timo, Philipp, Leon und Daniel (Team 6446) von der Friedrich-Ebert-Schule Esslingen. Ihr Projekt setzte den Schwerpunkt auf die finanzielle Seite möglicher Maßnahmen. Mithilfe einer zeitabhängigen Amortisationsrechnung untersuchten sie, welche Lösungen langfristig sinnvoll und bezahlbar wären. Die Idee, den Blautopf am Austrittspunkt des Wassers gewissermaßen „abzudeckeln“, ist ebenso ungewöhnlich wie einprägsam. Konkret schlägt das Team vor, den Temperaturanstieg über einen Zeitraum von zehn Jahren zunächst mithilfe eines Kühlturms zu nutzen und anschließend eine Dampfturbine zur Stromerzeugung einzusetzen. Präsentiert wurden die Ergebnisse in einer humorvollen Tagesschau-Parodie – inklusive Reporter vor Ort und der Kunstfigur „Moneymaker Manfred“, der die wirtschaftlichen Aspekte erklärte. Mit ihrem kreativen Video gewannen sie auch den Publikumspreis, für den während des Finales live abgestimmt wurde.
Platz drei belegten Elia, Amelie und Helene (Team 7325) vom Europäisches Gymnasium Bertha von Suttner in Berlin. Ihr Konzept verband technische Lösungsansätze wie die Nutzung geothermischer Energie mittels Wärmepumpe mit dem Gedanken der Selbstfinanzierung und Nachhaltigkeit. Besonders originell: In ihrem Video verglichen sie den sich erhitzenden Blautopf augenzwinkernd mit einem Wassertopf beim Nudelnkochen – und machten das komplexe Thema damit anschaulich und verständlich.
Wissenschaft trifft Kreativität
Die Finalteams präsentierten ihre Konzepte in kurzen Videos, die im Rahmen eines Online-Finales gezeigt wurden. Bewertet wurden die Beiträge sowohl von einer Fachjury als auch vom Publikum. Neben der fachlichen Qualität spielten vor allem Verständlichkeit, Originalität und Kreativität eine zentrale Rolle. Und wer nochmal reinschauen will: Den Finallivestream gibt es hier zum Nachschauen.
Mit Formaten wie PlaNeT SimTech möchten wir jungen Menschen zeigen, wie spannend Wissenschaft sein kann und dass mathematische Modelle und Simulationen helfen können, reale Zukunftsfragen besser zu verstehen. Ein großes Dankeschön an alle für's Mitmachen und Mithelfen!