Erneut erhalten SimTech-Studierende den Wübben Student Grant

September 24, 2025

[Picture: Wübben Stiftung Wissenschaft]

Ab dem 1. Oktober 2025 fördert die Wübben Stiftung Wissenschaft zwei Studierende aus dem Studiengang Simulation Technology der Universität Stuttgart: Aaron Schöne (Bachelor) und Eya Guizani (Master). Die Stiftung unterstützt damit Personen, die sich durch besondere wissenschaftliche Befähigung, außergewöhnliches Engagement, interdisziplinäres Denken und innovative Ansätze überzeugen.

Aaron Schöne – Brücke zwischen Biologie und Simulation

Aaron Schöne studiert parallel Simulation Technology und Technische Biologie und gehört in beiden Studiengängen zu den Jahrgangsbesten. Früh erkannte er, dass sich biologische Fragestellungen, die im Labor nicht lösbar sind, mithilfe von Simulationen auf einer tieferen Ebene beantworten lassen.

In seiner ersten Bachelorarbeit untersucht er mit Molecular-Dynamics-Simulationen die Wechselwirkung zwischen DNA und DNA-Methyltransferase (DNMT3A). Dieses Enzym spielt eine Schlüsselrolle bei epigenetischen Prozessen, die eng mit der Entstehung von Krebs verknüpft sind. Dass seine Arbeit gleichzeitig vom Institut für Biochemie und vom Institut für Computerphysik betreut wird, ist eine Besonderheit – und unterstreicht seinen interdisziplinären Ansatz, experimentelle Biologie mit theoretischen Methoden zu verbinden.

Besonders fasziniert ihn, wie sich Erkenntnisse aus Mathematik, Physik und Chemie in biologischen Fragestellungen zusammenfügen. „Mich begeistert, wie durch Simulationen Erkenntnisse entstehen, die im Labor nicht zugänglich sind“, beschreibt er seine Motivation.

Eya Guizani – Regelung komplexer Systeme

Eya Guizani absolviert derzeit den Masterstudiengang Simulation Technology und verfügt über einen Hintergrund im Bereich Cybernetic Engineering. Ihr Weg führte sie von Tunesien nach Stuttgart, gefördert durch ein Stipendium der tunesischen Regierung. Den Umzug nach Deutschland ohne Sprachkenntnisse meisterte sie mit großer Eigeninitiative und Resilienz – heute spricht sie fließend Deutsch und ist erfolgreich in Forschung und Lehre eingebunden.

Wissenschaftlich arbeitet sie an der Schnittstelle von Systemtheorie, Biologie und Quantenmechanik. Schon früh faszinierte sie die Idee, mathematische Regelungsmethoden auf lebende Zellen anzuwenden – mit der Vision, eines Tages gezielt in biologische Prozesse eingreifen und so die Krebsforschung voranzubringen.

Derzeit forscht sie gemeinsam mit Julian Berberich am Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik (IST) zur Anwendung der modellprädiktiven Regelung (Model Predictive Control, MPC) auf quantenmechanische Systeme. Ihre Ergebnisse präsentiert sie im September 2025 auf der Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Göttingen.

Förderung für mutige Köpfe

Mit dem Wübben Student Grant erhalten Aaron Schöne und Eya Guizani ein Jahr lang eine Förderung von 1.000 Euro pro Monat. Ziel der Stiftung ist es, talentierte Studierende in der entscheidenden Abschlussphase ihres Studiums zu unterstützen und ihnen Freiräume für unkonventionelles, interdisziplinäres Denken zu geben.

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