December 6, 2017 /

DFG verlängert Sonderforschungsbereich „Tropfendynamische Prozesse unter extremen Umgebungs-bedingungen“

Ebenfalls am 24. November verlängerte die Deutsche Forschungsgemeinschaft in ihrer Sitzung die Förderung des transregionalen Sonderforschungsbereichs „Tropfendynamische Prozesse unter extremen Umgebungsbedingungen“ (SFB-TRR 75), der bereits 2010 ins Leben gerufen wurde, um weitere vier Jahre. Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, zeigt sich auch darüber sehr erfreut: „[…] Die Verlängerung des Transregio SFB-TRR 75 bestätigt die sehr erfolgreiche Arbeit der ersten beiden Förderperioden. Insgesamt sind an der Universität Stuttgart nun 12 DFG-Sonderforschungsbereiche angesiedelt, davon acht in der Sprecherrolle. Dies bestätigt einmal mehr die Qualität unserer Forscherinnen und Forscher wie auch die hohe wissenschaftliche Aktualität unserer Arbeit.“

Im Transregio 75 kooperieren Forscherinnen und Forscher der Universität Stuttgart mit der Technischen Universität Darmstadt, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen und der Universität Paderborn, deren bisher assoziiertes Teilprojekt mit der Verlängerung nun in den Verbund aufgenommen wird.

Tropfen spielen in vielen Bereichen der Natur und der Technik eine zentrale Rolle. Hierbei ist das grundsätzliche Verständnis von tropfendynamischen Prozessen entscheidend für die Verbesserung technischer Systeme oder die bessere Voraussage natürlicher Prozesse. Viele dieser Prozesse laufen unter extremen Umgebungsbedingungen ab und werden schon in der Technik angewandt, obwohl es noch Lücken im grundlegenden Verständnis der Vorgänge gibt.

Hier setzt der SFB-TRR 75 an. Ziel ist es, ein vertieftes physikalisches Verständnis dieser Prozesse zu gewinnen. Darauf basierend werden Wege zur analytischen und numerischen Beschreibung dieser Prozesse aufgezeigt und diese selbstverständlich auch umgesetzt. Zudem wird dadurch auch eine Verbesserung der Vorhersage von größeren Systemen in der Natur oder in technischen Anlagen ermöglicht.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden exemplarisch auf fünf ausgewählte Systeme als „Leitbeispiele“ angewendet. Hierzu gehören unter anderem der Aufprall von unterkühlten Tropfen auf Flugzeugbauteile, das Verhalten von Kraftstoffsprays in zukünftigen Verbrennungssystemen oder die Phasenübergänge an unterkühlten und potenziell geladenen Tropfen in Wolken. Mit Hinzunahme des Teilprojekts der Universität Paderborn werden künftig auch molekulardynamische Simulationen zum besseren Verständnis von Detailprozessen eine stärkere Rolle spielen, beispielsweise bei der Tropfenverdampfung in der Nähe des kritischen Punktes und bei Tropfenkollisionen.

Contact
Prof. Dr. Bernhard Weigand | Universität Stuttgart | Institut für Institut für Thermodynamik der Luft- und Raumfahrt | Tel.: +49 711 685-63590 | E-Mail: bernhard.weigand@itlr.uni-stuttgart.de