Olympische Winterspiele 2026 im Sommer auf dem Campus der Uni Stuttgart in Vaihingen?

13. März 2018 / Sabine Sämisch

Olympische Winterspiele 2026 im Sommer auf dem Campus der Uni Stuttgart in Vaihingen?

PlaNeT-Teilnehmer prüfen Umsetzbarkeit

15 Teams, 54 Teilnehmer, eine knifflige Aufgabe und sieben Stunden Zeit, diese zu lösen. Bei Unmengen an Pizza, Getränken, Brezeln und Süßigkeiten eine lösbare Aufgabe wie sich gegen 18:30 Uhr zur Siegerehrung herausstellte. Doch fangen wir von Anfang an.

Am 10. März hieß Maren Paul von SimTech 54 Schülerinnen und Schüler der letzten beiden gymnasialen Jahrgangsstufen im Pfaffenwaldring 5a zum alljährlichen PlaNeT-Schülerwettbewerb auf dem Campus in Vaihingen willkommen. 15 Teams aus Stuttgart und Umgebung stellten sich an diesem Samstag einer nicht ganz so einfachen Modellierungsaufgabe. Doch worum genau ging es in diesem Jahr?

Aufgrund der Verlegung einiger sportlicher Großereignisse werden die Olympischen Winterspiele im Jahr 2026 im Sommer stattfinden. Das Land Baden-Württemberg bewirbt sich um die Teilnahme und muss nun darstellen, wie die Wettbewerbe ausgerichtet werden können. Beispielhaft soll für die Langlauf-Wettbewerbe, die traditionell immer über den gesamten Zeitraum der Olympischen Spiele verteilt liegen, ein Konzept erstellt werden. Um möglichst viel Publikum anzulocken, sollen die Wettbewerbe tagsüber und unter freiem Himmel stattfinden, so dass der erwartete Zuschauersturm gut entlang der Strecke verteilt werden kann. Mit welchem minimalen Energiebedarf für die Erstellung und den Unterhalt der Strecke kann man die Langlauf-Wettbewerbe auf dem Campus der Uni Vaihingen auf Schnee stattfinden lassen?

Das musste erstmal verdaut werden. Doch dann gingen alle Teams an die Arbeit. Immerhin ging es um einiges: 500 Euro für das Gewinnerteam und 250 Euro für die beiden nachfolgenden Teams. Neben Ruhm und Ehre doch ein ganz guter Anreiz. Und so gaben nach sieben Stunden intensiver Diskussion und Arbeit alle Teams pünktlich 16:00 Uhr ihre Ergebnisse ab. Während die Schüler nun etwas Freizeit genießen konnten, um anschließend in einem kurzen Vortrag von Prof. Rainer Helmig mehr über das Bachelor- und Masterstudium „Simulation Technology“ zu erfahren, brütete die Jury über den eingereichten Antworten und kürte die Sieger.

18:30 Uhr hatte für die 15 Teams das Warten ein Ende. Mit Urkunden, Gewinnerschecks und der Trophäe beladen, betrat die Jury den Raum, um die Gewinner zu verkünden. Auch einen Sonderpreis hatten sie im Gepäck. Mit Vorschlägen wie einer sich ankündigenden Eiszeit und damit Durchschnittstemperaturen von sowieso 0 Grad, dem Zünden von 50 Atombomben, um einen nuklearen Winter zu erzeugen (die moralische Fragwürdigkeit stellte das Team gleich selber in Frage), dem bevorstehenden Ausbruch von Vulkanen wie dem Yellowstone und dem Einsatz von Rasierschaum statt Schnee, um den Energiebedarf minimal zu halten, überzeugte das Team 380 die Jurymitglieder und so ging der Kreativpreis für die besten „Alternativen Lösungen“ an Jasmin da Sylva, Robin Frodl, Alina Raschke und Inka Riedel vom Schelztor Gymnasium in Esslingen.

Jeweils 250 Euro  gingen an die beiden Zweitplatzierten: das Team 250 mit Alexander Maier, Jonas Maurmann und Thomas Stegmeyer vom Max-Born-Gymnasium Backnang, die insgesamt einen Energiebedarf von 212,8 GigaJoule berechneten, und das Team 360 um Malte Arnold, Mathis Birken, Nikolas Fischer und Manuel Ritter vom Königin-Katharina-Stift in Stuttgart, die auf einen minimalen Energiebedarf von 667947,72 kW/h kamen.

Gewinner des diesjährigen PlaNeT-Schülerwettbewerbs wurden nach einstimmiger Meinung der Jury Kira Fischer, Lynn Förster, Jonas Knickenberg und Alexis Michael ebenfalls vom Königin-Katharina-Stift in Stuttgart. Team 510 überzeugte bei einem minimalen Energiebedarf von 164 Milliarden Joule durch die volle Berücksichtigung der FIS-Regeln, das gegeneinander Abwägen verschiedener Alternativen, wie beispielsweise dem Herstellen von Schnell vs. dem Import von Schnee aus Grönland, die methodische Sorgfalt und die Präzision in der Erarbeitung des Ergebnisses sowie der hervorragenden Diskussion und Plausibilisierung der Modellannahmen. Team 510 lieferte also ein rundum einwandfreies Ergebnis ab.

Alle Teams waren sich jedoch am Ende mehr oder weniger einig, dass Baden-Württemberg und damit der Campus in Vaihingen gegebenenfalls nur bedingt die richtigen Austragungsorte für Olympische Winterspiele im Sommer sind.

Mit der Siegerehrung ging ein anstrengender, aber für die Sieger erfolgreicher und für alle anderen ein spaßiger und spannender Tag zu Ende.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf PlaNeT 2019! Dann wird es nämlich noch größer! Wir halten euch auf dem Laufenden! Fotos vom PlaNeT 2018 gibt es hier.

Wer übrigens mehr über den Bachelor und Master „Simulation Technology“ erfahren möchte, findet hier weitere Informationen.